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Das Ende der Qualität im Coaching - Teil 8, der Prozess im Coaching

Vor 5 Jahren gab es zumindest eine stillschweigende Einigung der Beteiligten darüber, dass der Coach die Prozessverantwortung hat. Was genau er damit verantwortet, beantwortet die Hamburger Schule mit einem, in seinen Wirkungserwartungen klar beschriebenen und dokumentierten  strukturellen Ablauf eines Coachings - dem Coachingprozess.
Mittlerweile wird der Prozess im Coaching auch oft in der landläufigen Definition als “etwas sich Entwickelndes” verstanden. (Bsp.: “Es ist momentan ein schwieriger Prozess mit meinem Mitarbeiter”.) Sonja Raddatz versteht systemisches Coaching gar als “Tanz mit dem Klienten”.
Prozess ist das, was der Coach aneinanderreiht. Das Qualitätskriterium ist die emotionale Zufriedenheit des Coachee.

Die Struktur eines definierten Prozesses wird häufig von Coachs schlichtweg abgelehnt. Zum einen natürlich, weil viele Coachs so nicht ausgebildet werden, zum anderen mit dem Argument, dass ein Coach individuell auf den Menschen eingehen muss und nicht jede Methode bei jedem wirkt. Was getan wird ergibt sich in dem Moment wo es getan wird. Die permante Bewertung der Coach-Klienten-Interaktion verfolgt jedoch das Ziel des Coachs: Er muss überprüfen, ob sein Einwirken auf den Klienten erfolgreich ist oder auf Widerstand stößt. Somit hat dieses Vorgehen eine Controllingfunktion. Der Prozess wird als Gestaltungsverantwortlichkeit für eine tragfähige Beziehungsebene verstanden.

Ein Prozess kann aber mehr: Die Hamburger Schule hat einen Coachingprozess definiert, der sich wisssenschaftlich klar legitimiert (siehe Hamburger Schule). Ein solcher, veröffentlichter Prozess ist im Hinblick auf seine Wirkungserwartung durch jeden bewertbar, der über ein grundsätzliches Verständnis von Prozessen verfügt. Erst dadurch ist eine Qualitätssicherung auf Prozessebene überhaupt möglich. Der größte Vorteil liegt aber darin, dass ein Coaching immer gelingt.

Nun mögen Kritiker entgegenhalten “so kann ich doch trotzdem nicht individuell auf meinen Coachee eingehen.”
Jede Phase des beschriebenen Prozesses ist auch in Ihrer Wirkungserwartung beschrieben (d.h. jede Phase hat bestimmte Bedürfnisse, die berücksichtigt werden müssen, damit der Prozess als Ganzes stabil bleibt.) Der Coach orientiert sich grundsätzlich an den Wirkungserwartungen und an den Werten, in die der Prozess eingebettet ist. Darüber hinaus kann er selbst wählen, wie er mit seinem Coachee spricht, welche Angebote er ihm in den konkreten Phasen macht und wie er innerhalb einer Phase variiert.

Tests, Tests und noch mehr Tests - eine Linkempfehlung

Es gibt wenige Seiten, die sehr übersichtlich die aktuell in der Personalarbeit und Personalentwicklung verwandten Test auflisten und vorstellen. Noch weniger Seiten davon sind unabhängig von bestimmten Produkten. Mir selbst ist keine weitere unabhängige Seite bekannt, die ohne Wertung des Betreibers einen guten Überblick vermittelt. Zeit für eine Empfehlung.
Mit Ihrem Portal  http://www.personalityprofile.de/ hat die Betreiberin Jennifer Frotscher es in der Tat geschafft, einen unabhängigen und lesenswerten Überblick über Tests auf die Beine zu stellen.

Es lohnt sich, einmal einen Blick auf die dort vorgestellten diagnostischen Instrumente zu werfen. Zwar schreiben auch die Absatzmittler der Test sehr werbewirksam. Doch mit den Fragen im Hinterkopf:

  • Was wird hier genau gemessen? - Welche Absicht verfolgt der Test?
  • Wozu kann das Ergebnis verwandt werden?
  • Auf welchen Modellen und Theorien basiert das Testkonstrukt?
    (eine oder mehrere)
  • Wodurch wird eine Validität hergestellt?
  • Welchen Bezugsrahmen setzt der Test? und durch wen wird er gesetzt?

kann jeder sich selbst einen guten Eindruck verschaffen.

Ich wünsche Frau Frotscher mit Ihrer website viel Erfolg verbunden mit meiner Hoffnung auf eine  rasche Erweiterung.

Absolut lesenswerte Diskussion im Coaching Board !

Das von Christopher Rauen initiierte web-portal “Coaching Board” hat Interessantes zu bieten:

Begonnen mit dem Thema “Coaching im Jahr 2020” hat sich die Diskussion der Fachleute - darunter das ISOCH - zum grundsätzlichen Verständnis von Coaching hin entwickelt. Lesenswert und mitmachenswert.

http://www.coaching-board.de

Geht es den Verbänden noch um Coaching”

Hier gilt einmal mein Dank Christopher Rauen, der unermüdlich Informationen zur “Szene” zusammenträgt.
So bin ich auf die neueste Werbegemeinschaft, den BZTB - Bundesverband zertifizierter Trainer und Business-Coaches e.V.  gestoßen.
Bereits auf der Startseite ist dieser eingetragene Verein bereit, mich in meiner These, dass Verbände Werbegemeinschaften sind, werden oder immer waren, zu unterstützen:
So schreibt dieser neue Bundesverband schon auf der Startseite (www.bztb.de):

“Als Mitglied profitieren Sie von:

  • Aktuellen Informationen rund um die Weiterbildungsbranche
  • Top-Events und international anerkannten Zertifizierungen
  • Zusätzlichen Umsatz durch Kontakte und das Netzwerk des BZTB e.V.
  • Unterstützung beim Markteintritt durch das Mentorenprogramm des BZTB e.V.
  • Erfahrungsaustausch in Professional Work Groups (PWG)
  • Unterstützung bei der Gestaltung Ihres Aussenauftritts und Imageaufbau
  • Auftrags/Job-Börse für Mitglieder des BZTB e.V”

Die Behauptung an gleicher Stelle “Mit dem Qualitätssiegel des BZTB e.V. dokumentieren Sie Ihre Mitgliedschaft im Kreis der anerkanntesten Akteure in der Weiterbildung.” läßt die Frage offen, wofür denn diese Akteure am anerkanntesten sind?”

Der Erfahrungsaustausch in den PWG´s den professional workgroups bezieht sich dann auch auf

  • Vertrieb und Marketing
  • Professionelles Online-Marketing
  • Der Trainer und Coach als Marke
  • Maximale Kundenzufriedenheit
  • Tools zur Kundenbindung”

Natürlich kommt keine Werbegemeinschaft ohne Zertifizierung aus. Das bringt trotz fehlender Aussage Umsatz.
“Mit der Zertifizierung zum Business-Coach erhalten die Teilnehmer/innen eine praxisrelevante und fundierte Überprüfung der persönlichen Fähigkeiten und fachlichen Kenntnisse, die als Business-Coach bzw. Coach notwendig sind.”
Was gänzlich fehlt ist der Maßstab.
Der Verein prüft nicht, er simuliert ein 30 minütiges Coachinggespräch. Schön, dass wir mal darüber gesprochen haben ;-)
Wenn schon schlecht abgekupfert, dann auch noch das Fachgespräch mit Fragen aus folgenden Bereichen:
“Business-Coaching — was ist das eigentlich?
Rollenklärung als Basis für gutes Coaching
Den Überblick behalten — das Coaching-Gespräch
Qualität sichern und beurteilen — Die Evaluation
Coaching und Kommunikation
Psychologische Grundlagen des Coachings
Lösungsorientiertes Vorgehen”

So bleibt mir am Ende nur die Frage an die Damen und Herren, die sich so etwas ausdenken:

Wenn Sie schon eine Werbegemeinschaft sein wollen, wie wollen Sie denn mit so dünnen Brettern Werbung machen?

Eine weitere Werbegemeinschaft

Nun hat sich noch ein Coachingverband gegründet.

Jüngst ist der DCMV entstanden. In den Beiträgen zur Qualität im Coaching wurden die Verbände als Werbegemeinschaften bezeichnet. Widerspruch gab es bisher nicht. Wie begründet das ist, kann in der Satzung des DCMV erkannt werden:

http://www.dcmv.de/downloads/satzungverein20.01.2010.pdf

Gegenseitige Empfehlungen, gemeinsame Werbeauftritte, Bekanntmachung von Coaching - nur vom Thema wird nichts geschrieben. Ein inhaltsleerer Verband.

Das Ende der Qualität im Coaching, Teil 7 – die Ausbildungsinstitute

Die Ausbildungsinstitute
Hier muss zunächst die Frage gestellt werden „Was ist eine Ausbildung?“ Ausgebildet ist der Coach dann, wenn er keine weitere Ausbildung, Weiterbildung oder weitere Seminare benötigt: Er also nach der Ausbildung coachen kann.
Das heißt nicht, dass ein ausgebildeter Coach auf Weiterbildung verzichtet. Auch er sollte aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse, die seine Ausbildung noch nicht berücksichtigen konnte,  aufnehmen, prüfen und ggf. in seinen Coachingansatz integrieren. Ist nach der „Coach-Ausbildung“ noch eine „Master-Coach-Ausbildung“ im Angebot, so liegt die Vermutung nahe, dass der Coach wohl doch noch nicht coachen kann.
Ein Institut wird nur das ausbilden, was es selbst unter Coaching versteht. Was dann ausgebildet wurde kann in der Qualität nur vom Ausbildungsinstitut selbst bewertet werden. Ein Teilnehmer hat in der Regel weder eine Messlatte für curriculare Qualität, noch kann er bewerten, ob das, was er lernt richtig im Sinne von Coaching ist. Er glaubt zunächst einmal seinen Ausbildern. Und wenn die sagen „win-win ist wichtig im Coaching“, dann haben sie wohl recht. Wenn ein  Teilnehmer zwei verschiedene Ausbildungen bei unterschiedlichen Anbietern gemacht hätte, könnte er durch Wahrnehmung des Unterschieds immerhin zu einer Meinung gelangen. Ansonsten übernimmt er das Qualitätsverständnis seiner Ausbilder, die er ausgesucht hat in dem guten Glauben, dass das schon paßt.

Die Hoffnung, dass es den Verbänden gelingt, Qualität zu definieren und so auch die Qualität der Ausbildung zu kontrollieren, vielleicht sogar zu garantieren, ist verflogen. Wenn in ein und demselben Verband NLPler, Transaktionsanalytiker, Supervisoren, usw. als Ausbildungsinstitut Mitglied sind, wird die Ausprägung von Qualität immer nur auf einer sehr abstrakten Ebene erfolgen - einer Ebene auf der sich alle einig sind. Beispiel „Coaching ist keine Therapie“ „Coaching ist Hilfe zur Selbsthilfe“ , „Coaching ist Beratung auf Prozessebene“.
Mitgliedsinstituten wird meistens lediglich abverlangt, dass die Betreiber bestimmte Häkchen-Merkmale wie Alter, Studium, Dauer der Coachausbildung, Bekenntnis zur Ethik usw. erfüllen.
Ein Haken hinter einem Merkmal ist keine Qualitätsaussage, sondern nur ein formales Kriterium, das eigentlich keinen Beitrag zu Qualität leisten kann. Formale Merkmale beruhen auf der Annahme, dass damit bestimmte intellektuelle und kulturelle Voraussetzungen einhergehen. Es muss aber nicht so sein.
Eine solche Abgrenzung ist identitätsstiftend und für ein Institut aus diesem Grunde notwendig. Auch ein Verband hat in der Regel diese Einsicht. Die Mitgliedschaft eines Ausbildungsinstitutes in einem Verband sagt also lediglich, dass bestimmte Formalien erfüllt wurden.
Wodurch sich die Formalien legitimieren bleibt oft ein Rätsel.

Das Ende der Qualität im Coaching, Teil 6 – die Forschung

Die Forschung
Neben der der Hamburger Schule gibt es noch die FCG Forschungsstelle Coach Gutachten an der Helmut Schmidt Universität in Hamburg. Werden die dort veröffentlichten Gutachten gelesen, so scheint für den Betreiber Tiefenpsychologie (was auch immer das genau ist)  ein wichtiges Thema im Zusammenhang mit Qualität zu sein. Wie  das genau bewertet wird und wodurch der Maßstab für Coaching der FCG wissenschaftlich legitimiert ist, ist dem Autor dieses blogbeitrags, der selbst dort begutachtet wurde, völlig unklar.
Allgemein ist in der Forschung weder ein einheitliches Coachingverständnis zu identifizieren noch Strukturen, die eine Differenzierung des Themas erlauben. Die Forscher erforschen, was sie glauben unter Coaching zu verstehen.

Die Hamburger Schule beschreibt alle Zusammenhänge Ihres theoriebasierenden Coachingverständnisses und macht  sich damit vergleichbar oder auch erforschbar.

Das Ende der Qualität im Coaching, Teil 5 – die Verbände

Die Verbände
Der medienpräsente DBVC betont ausdrücklich, dass er unter Coaching Beratung versteht. Auch er schreibt in seiner Definition „Als ergebnis- und lösungsorientierte Beratungsform dient Coaching der Steigerung und dem Erhalt der Leistungsfähigkeit.“ Wer unter Coaching Beratung versteht, wird an den Begriff Qualität Kriterien anlegen, die die Qualität von Beratung messen. Doch was ist eigentlich eine Beratungsform? Gelten da andere Qualitätsanforderungen? Ist eine Beratungsform Einzel-, Team- oder Gruppenberatung? Oder eher zu verstehen als Beratung mit anschließender Hilfe bei der Umsetzung?
Der BDU empfiehlt als Beraterverband seinen Mitgliedern einen differenzierten Beratungsablauf, den er auch dokumentiert hat. Beratung ist Ausdruck einer Expertise, die der Beratende dem zu Beratenden in Bezug auf ein Thema zur Verfügung stellt. In der Regel wird mit Qualität die Qualität der Expertise (in Relation zu einer Idealqualität sowie der subjektiven Bewertung des Ergebnisses durch den Beratenen) verbunden mit der Einhaltung einer Beratungsstruktur verstanden. Da jeder Berater  das Problem der Umsetzung seiner Expertise kennt, wird dem Kunden bei der Umsetzung geholfen. Nun scheitern Projekte selten an der Technik, sondern am Menschen mit all seinen Emotionen. Was lag da näher als an die Beratung noch einen emotionalen Umsetzungsteil anzuhängen und das Coaching zu nennen? Es bleibt Beratung.
Das Verständnis teilen viele Verbände und der DBVC ist hier aufgrund des Bekanntheitsgrades erwähnenswert.
Eher NLP oder behaviouristisch orientierte Verbände verstehen unter Qualität meist, dass der Coachee
erfolgreiches Verhalten anderer nachahmen kann und auf jeden Fall Gewinner-Gewinner Lösungen produziert.
Therapeutisch orientierte Verbände fordern oft maximales tiefenpsychologisches Wissen des Coachs oder auch psychopathologisches Wissen. Augenscheinlich ist das, was ein Coach macht so gefährlich, dass nur ein ausgefeiltes diagnostisches know how den Coachee vorm Coach schützen kann. Qualität ist diagnostische Qualität. Der Coachee kann sich zwar selbst steuern, da er offiziell ja nicht krank ist, doch besser ist es, davon erst einmal nicht auszugehen. Qualitätsgrundlage können nur diagnostische Kataloge sein (z.B. ICD 10). Der Coach muss erkennen können, ob es eine Krankheit ist oder nicht. Denn ohne Zulassung darf er keine Krankheiten heilen.
Nebenbei bemerkt: Ein Verband muss nicht zwangsläufig über eine Expertise in Bezug auf Coachausbildungen verfügen. Der Verband sind viele Mitglieder, die sich in der Regel unterschiedlichster Coachingverständniswelten bedienen. Doch jeder Verband fühlt sich berufen dazu etwas zu sagen. Irgendwie hat man sich auf 150h Ausbildung geeinigt. Was eine Ausbildung konkret leisten soll und wie Qualität nachvollziehbar bzw. legitimiert gemessen wird, beantworten die Verbände nicht. Von persönlich zum Ausbildungsabschluss erscheinenden Gutachtern des Verbandes bis hin zur Anerkennung aller Ausbildungsteilnehmer durch den Verband in dem die Ausbildungseinrichtung Mitglied ist, reicht das Spektrum.
Letzen Endes orientiert sich jeder Verband dann doch an den Interessen seiner Mitglieder und wird in der Regel kein Qualitätsverständnis entwickeln, das innerhalb des Verbandes zu Konflikten führt.
Qualitätssiegel von Verbänden haben nur einen Effekt – der Kunde von Coaching glaubt, dass jemand anderes sich über Qualität Gedanken gemacht hat und gibt vielleicht dem Coach mit Verbandssiegel in der Auswahl den Vorzug.
Da es mittlerweile eine Unzahl von Siegeln gibt, die alle suggerieren sollen „hier ist Qualität“ (bestes Beispiel hier wieder die QCA, die 2 farblich unterschiedliche Siegel herausgibt je nachdem wie viel Stunden die Ausbildung hat) und die alle auf ganz unterschiedlichen Qualitätsverständnissen beruhen, ist die Verbandszene zur Beliebigkeit verkommen und  kein Auswahlmerkmal für Qualität eines Coachs oder die Qualität einer Ausbildung. Vielleicht ist die Bezeichnung Werbegemeinschaften geeigneter?
Sichtbar für  Internetnutzer ist, dass es bei den Verbänden z.T. „Premium-Profile“ für Coachs gibt, die dafür Geld bezahlen. Ebenso kosten bestimmte Funktionen zur bessseren werblichen Darstellung  extra.
Im Verband zu sein heißt, die Mitgliedschaft und das Siegel werblich alleine oder auf der Verbandsplattform zu nutzen. Wer noch mehr bezahlt erhält Extrawerbefunktionen. So ist das in der Wirtschaft.

Die Vielzahl der Verbände (gegenwärtig 28 nach eigener Zählung. Vgl. auch die websites von C.Rauen) sind ein Spiegelbild dessen, was unter Coaching verstanden wird oder verstanden werden soll. Ein Grundlagenmaßstab für Qualität ist für mich nicht zu erkennen.

Das Ende der Qualität im Coaching, Teil 4 – die Supervisoren

Supervisoren
Bevor der Hype Coaching einsetzte waren Supervisoren meist in Non Profit Organisationen unterwegs und stellten aus Ihrer Perspektive Abweichungen von einem möglichen Ideal fest. Diese Abweichungen wurden mit den Betroffenen diskutiert und Änderungen initiiert. Dafür waren die Supervisoren gut ausgebildet – sie hatten einen Maßstab. Seit einigen Jahren beanspruchen die Supervisoren auch das Thema Coaching für sich. Entweder als Coach selbst oder aber als Supervisor für Coachs (siehe Beitrag Dr. Meier Allmachtsphantasien). Um einen Coach zu supervidieren benötigt der Supervisor ein konkretes Verständnis von Coaching bzw. des zu supervidierenden Coachingansatzes. Nur so können beobachtete Abweichungen auch begründet werden. Gegenwärtig ist es modern zu schreiben „der Coach wird supervidiert“. Das Qualitätsverständnis eines Supervisors beruht grundsätzlich auf dem Coachingverständnis des Supervisors.

Das Ende der Qualität im Coaching, Teil 3 – die Coachpersonen

Die Coachpersonen
In ihrer Selbstvermarktung haben die Coachs einen erheblichen Beitrag zur allgemeinen Verwirrung geleistet – das Bindestrich-Coaching (z.B. Potenzial-Coach, Männer-Coach, Ermöglichungs-Coach). Nur Coach nennt sich keiner. „Me too Produkte“ sind unerwünscht. Auch der Business-Coach setzt einen Akzent auf seine Spezialisierung, um sich für seinen Markt hübsch zu machen. Qualität ist das, was der Coach selber unter dem, was er macht, versteht. Meistens wird Qualität mit Kundenzufriedenheit gleich gesetzt. Wer heilt hat Recht und hat auch Qualität.