Verfasser-Archiv

Das fachliche Schuldbewußtsein - Teil 1: Grundfragen

Natürlich ist die Formulierung “das fachliche Schuldbewußtsein” provokativ und vielleicht auch anmaßend. Aber es ist so gewollt.

Martin Luther soll am Ende seiner Rede auf dem Reichstag 1521 in Worms gesagt haben: “Hier stehe ich, ich kann nicht anders.” Ein wenig fühle ich mich mich auch so, denke ich an  Coaching und erfahre ich Coaching in Diskussionen, das Verständnis von Coaching, wie darüber in der Öffentlichkeit gedacht, legitimiert, publiziert, behandelt und gehandelt wird.

Ganz offentsichlich haben wir uns mit der Beschäftigung des Themas “Coaching” zu einem geschlossenen System  (Autopoiesis) entwickelt, dass nur noch selbstrefrenziell über das Thema denken und schreiben kann. Jeder schreibt von Jedem ab, keiner “hinterfragt”, ob die traditionellen Auguren des Themas, wie Wissenschaft, Coachingverbände, bekannte Internetforen aber auch bekannte Einzelpersonen sowie die Fachpublikationen und sonstige Meinungsmacher ihr Tun fachlich begründen können. Ich gewinne den Eindruck , es geht nur noch um die Aufrechterhaltung einer “political correctness”. Aber wessen “political correctness” ist es eigentlich?

In Abwandlung eines bekannten Zitat, kann Coaching zu recht die Aussage machen: Erkenntnis vergib ihnen, denn sie wissen nicht, dass es dich gibt. Modern formuliert: Der Beobachter sieht nicht, dass er nicht sieht, was er nicht sieht.

Wer hinterfragt?

Wer stellt “in-Frage”?

Wer denkt Neues?

Wer legitimiert sich noch aus Primärlitertur im Sinne von Faktenwissen und nicht im Sinne von motivgesteuertem Deuten? Von der Verwendung der Sekundär- und Terziärliteratur ‘mal ganz abgesehen.

Was sind die Grundfragen, die gestellt werden müssen? Ich meine folgende:

1. Was bedeutet der Konstruktivismus im Coaching?

2. Ist es legitim aus Systemtheorien - der Schwerpunkt liegt auf  T h o r i e n  -  das Verständnis und Handeln von und für Coaching (logisch und/oder konstruktivistisch) abzuleiten?

3. Was ist der Unterschied zwischen systemischen und systemtheoretischen Denken und Handeln im Coaching

4. Hat der Beobachter erster Ordnung und der Beobachter 2. Ordnung eine Bedeutung im Coaching. Wenn ja -welche?

5. Was bedeutet konkret  Prozessberater und Beratung auf Prozessebene im Coaching?

6. Was sind die erklärbaren Unterschiede zwischen den Disziplinen Coaching, Beratung, Training. Supervision, Führung, Mediation und Mentoring?

7. Gibt es eine eigenständige Theorie für Coaching?

8. Welche Funktion haben die Pädagogik und die Neurobiologie im Coaching?

9. Wie muss ein unabhängig von Partikularinteressen freies Gremium personell und organisatorisch konstruiert sein, das Kontinuität und Innovation  von Denken und Handeln zu Coaching gewährleistet, ohne ein selbstrefrenzielles System zu werden?

10. Wann gibt es ein “Grundgesetz Coaching” und das “Verfassungsgericht Coaching”?

Bei diesen Fragen will ich es heut belassen - die Antworten folgen in loser Reihenfolge.

Mit Zweifeln zum Ziel - Misstrauen als Methode

So lautet ein Beitrag (S. 50ff) im Juni-Heft von ManagerSeminare. In diesem Beitrag geht um die Art und Weise unsere Wahrnehmung, Deutung und Entscheidungsverhalten in Situationen, insbesondere auch neuen Situationen. Worauf stützen sich Führungskräfte und wie wird bewusst oder unbewusst das Entscheidungsverhalten von ihnen organisiert?

Intuition, so die Autoren, ist hilfreich, insbesondere wenn wir für Entscheidungen auf bekannte Lösungen und/oder Ressurcen zurückgreifen können. Gilt diese Intuition auch für Situationen, die Führungskräften unbekannt sind?

Natürlich kann die Intuition genauso hilfreich wie schädlich sein. Zweifel haben, so wird in dem Artikel formuliert, kann sehr hilfreich sein für das Entstehen von Entscheidungen (Lösungsalgorythmus).
In diesem Zusammenhang wird besonders darauf hingewiesen, dass Führungskräfte in  klassische Kognitionsfallen stolpern können:

- Framing-Fehler
- Rückschaufehler
- Validierungsfehler
- Confirmation Bias
- Negativity Bias
- Halo-Effekt
- Primäreffekt
- Rezenzeffekt
- Falsche Ursache-Wirkung-Schlüsse ziehen.

Skeptiker und Zweifler, so die Autoren, gehören in der Regel nicht zu den beliebtesten Kollegen oder Führungskräften. Gelten sie doch eher als Nörgler und Stimmungsverderber.

In der Management- und Führungskräfteausbildung wird in der Regel nicht expliziet auf den Vorteil von angemessenen Zweifeln hingewiesen und ausgebildet. Wenn es gut kommt, dann ist das Thema implizit (”versteckt”) vorhanden.

Die Essenz des Artiikels lautet also: Wie hälst du es mit deinem Entscheidungsverhalten - liebe Führungskraft?

Nun kommt die gute Nachricht: in einem Coaching, genau so in einer Coachausbildung gehört der “Zweifel” zur Systematik. Jedenfalls wenn nach der Hamburger Schule gearbeitet wird.

Wo in unserem Coachingprozess finden wir den “Zweifel”? Auch wenn er begrifflich in einem anderem Gewand daher kommt.

1. Die initiierte Wahrnehmungserweiterung in der visuellen Aufstellung durch die Verwendung des St.Galler Managementmodells oder der TZI nach Ruth Cohn oder dem 10 Feldermodell sind strukturierte Zweifel an der Unvollkommenheit der eigenen Wahrnehmung.

2. Der Perspektivwechsel bei der Bearbeitung der “Zielerreichungsmerkmale” - Frage hier: Woran kann das ZEM erkennen, dass du dein Ziel… erreicht hast?

3. In der Ressourcenphase, wenn der Coachee seine gescheiterte Lösung nicht nur offenlegen soll, sondern auch analysieren soll, warum es zum Scheitern kam.

4. Bei der  Orienierung an einer strukturellen Ressource, um Verhaltensalternativen zu generieren (Selbstorganisation des Lösungsweges)

5. Bei der Analyse potenzieller Probleme, wenn es gilt “blauäugige” Handlungen zu identifizieren.

So gesehen ist unser Coachingprozess hoch modern und lässt Führungskräfte bewusst Entscheidungen generieren.

Der Lösungsalgorithmus und die Jauchegrube

… ach ja, sympathisch ist er mir der Karl Theodor.

Er tritt immer so klar und orientiert auf. Kann emotional - hängt natürlich mit seine Stimmlage und dem Sprechduktus zusammen - uns ohne anzuschauen die Aura der Freundschaft und des guten Familienmitglieds vermitteln. Bei Persil heißt es: da weiss man was man hat. Und bei Karl Theodor zu Guttenberg ” da weiss man was man kriegt”.Und was kriegen wir? In entscheidenden Situationen stimmt die erste Entscheidung nicht bei ihm:

- Schneiderhahn und der Staatsekretär

- das Entscheidungsdesaster um Oberst Klein

- die Suspendierung des Kapitäns der Gorch Fock

und nun seine Einlassungen zu seiner Promotion.

Was in der öffentlichen Diskussion beobachtet werden kann . ist, dass jedwede Argumentation geleitet ist von Interessen. Interessen die sich aus den Motiven und Bedürfnissen der Personen ergeben. Ob Frau Merkel, ob die CSU, ob die Opposition, ob die Damen und Heren aus der Wissenschaft ob “angeekelte” Ministerkollgen und Parlamentspräsidenten ob……..

Keiner fragt aber nach  dem Interesse der Position “Verteidigungsminister”. Diese Frage würde ein nach der Hamburger Schule ausgebildeter Coach stellen. Die Position “Verteidigungsminister” hätte den Anspruch, daß nur diejenige Person geeignet ist, der “politisch denken und systemisch handeln” kann. Der Handeln auf der Basis von wirksamen Ressourcen orientiert. Und eine “Analyse potentieller Probleme” mit einem überarbeiteten Handlungsplan wäre auch entstanden.

Wer ein starkes Anerkennungsmotiv hat und die Anerkennung in seiner Umwelt sucht und nicht in sich, wird erst handeln und dann a l l e s  über- und durchdenken, um zu einer weiteren Entscheidung zu kommen. Assoziiert nennt der Kundige es. Wer seine Interessen in einem “öffentlichen Amt” realisiert, muss scheitern. Die Interessen des Amt wollen realisiert werden.

Insofern ist es gut, Karl Theodor in sein Kloster “Besinne Dich” zu schicken, um in ein paar Jahren nach zu sehen, ob er für eine TOP-Führungsaufgabe gereift ist oder nicht.

Ich denke nicht. Solange er im Wertesystem seines Kontextes verharrt, wird er sich nicht ändern. (Ich möchte nicht, das Herr zu Guttenberg im Ernstfall -militärische Auseinandersetzung- die oberste Befehlsgewalt hat.)  Denn durch wen könnte so eine Erkenntnis bekommen? Na klar: durch einen ausgebildeten Systemischen Management Coach(SMC)® auf der Basis der Hamburger Schule. Wer differenzierte Lösungsalgorithmen hat, landet halt nicht in der Jauchegrube.

Allmachtsphantasien

  • Ich mag ja den Coaching-Report. Bringt er doch immer wieder viele Neuigkeiten aus dem Feld Coaching und angrenzenden Gebieten. Heute, nun, lese ich da, dass der DGSv einen neuen Vorstand gewählt hat. Prima. Und der neue Vorstand hat Vorstellungen, wie die Gesellschaft (DGSv) sich weiterentwickeln und sich im Markt positionieren soll. Auch prima.
  • Aber nun kommt’s: Supervision als Beratungsdisziplin in der gewerblichen Wirtschaft stärker zu positionieren, ist daher dritter Schwerpunkt der zukünftigen Vorstandsarbeit. „Es ist ein Irrglaube, dass sich wirtschaftlich vernünftiges Handeln und eine wertschätzende humane Grundhaltung ausschließen. In diesem Spannungsfeld zur Lösung von Konflikten und zur Stärkung der Menschen beizutragen, das kann niemand besser als unsere Supervisor/innen“, sagte die neue Vorsitzende Geißler-Piltz abschließend.
  • Allmachtsphantasien. Ich denke, die Dame kennt sich nicht aus im Deutschen Markt. Oder ist es “Pfeifen im Walde”?Aber so ist es halt mit den autoritären Ansätzen.

Coachingschulen

Die Frage “was ist eine Coachingschule”, ist wohl nicht ganz einfach zu beantworten, da wir keinen verbindlichen Maßstab dafür haben. Keinen verbindlichen Maßstab für “was ist Coaching” und keinen gültigen Maßstab was ist in diesem Zusammenhang “eine Schule” ist. Die Schulen der Coachs sind nicht staatlich, geschweige denn eine wissenschaftliche Einrichtung.

 

Hinzu kommt, dass wir in Deutschland eine große Anzahl von Coachausbildungen und Coachausbildnern aber auch eine kleinere Anzahl von Zertifizierungen von Coachs haben. Dies macht es uns schwer, Überblick zu behalten oder zu bekommen.

 

Dies sollte uns aber auch nicht irritieren oder verstören, können wir doch Merkmale identifizieren, die uns in die Lage versetzen, Orientierung für Merkmale einer Coachingschule zu bekommen.

 

Coachingschulen sind zunächst Einrichtungen oder Lehr- / Lernkonstrukte, in denen Coaching gelehrt und gelernt wird. Dies kann in einer Einrichtung mit mehreren Lehrern aber auch mit einer Lehrkraft geschehen. Es kann ein Lehrer einen oder mehrere Schüler haben und ein oder mehrere Schüler können ein oder mehrere Lehrer haben. Wohl wissend, dass die Lehrer wiederum in einer Schule ausgebildet wurden oder nach einer Schule unterrichten. Möglicherweise sind es aber auch selbsternannte Coachinglehrer. Hinzu kommt, dass es keine Aussagen darüber gibt, ob die Lehrer lehren gelernt haben — und wenn ja, nach welchen Maßstäben.

 

Je nach Betrachtung kann als Schule sowohl eine öffentliche als auch private Anstalt verstanden werden, in deren Räumen themenspezifischer Unterricht den Lernenden durch Lehrende vermittelt wird.

Öffentliche Coachingschulen erkennen wir in Studiengängen an Fach- und Hochschulen. Beispiele: Die Internationale Hochschule Calw bietet einen Masterstudiengang „Innovative Veränderungprozesse — Coaching und Systementwicklung” an. Die Universität Hannover z.B., bietet ein Kontaktstudium Coaching an. So finden sich in der deutschen Hochschullandschaft vielfältige Angebote. Einen eigenen Lehrstuhl für Coaching gibt es bisher nicht an deutschen Hochschulen.

Private Coachingschulen sind Einrichtungen des Privatrechts als Personengesellschaft oder Kapitalgesellschaft. Nach den Recherchen von Christopher Rauen gibt mehr als 300 Coachausbildungen in Deutschland. Nur ein geringer Teil dieser Anbieter von Coachausbildungen sind in Coachingverbänden organisiert.

Interessanterweise empfinden sich die Verbände nicht als „Oberschulen”. Zwar geben sie allgemeine Rahmenbedingungen für die Mitgliedschaft als Coachausbildungsinstitut, aber diese beschränken sich in der Regel auf quantitative Ordnungsmerkmale und sehr allgemeine (abstrakte und damit interpretationsfähige) Hinweise was Coaching sein könnte.

 

Unter Schule wird aber auch der Zusammenschluss Gleichgesinnter verstanden, die eine spezifische Auffasung der Interpretation eines Themas haben.

 

Schulen sind auch Einrichtungen, in denen im Geiste vorangegangener Generationen oder Einzelpersönlichkeiten bestimmte Einsichten, Regularien und Werte gelebt und an „Schüler” weitervermittelt werden.

Dies gilt besonders für Schüler oder Anhänger bekannter Persönlichkeiten wie Bandler, de Shazer … usw.

 

So gesehen sind Coachingschulen zu betrachten als Horte und Orte in denen spezifisches Coachingverständnis vermittelt, gelehrt und weiterentwickelt wird. Zu Ende gedacht, bedeutet es aber auch, dass die Schulen öffentliches Interesse am Thema Coaching nicht beachten oder berücksichtigen müssen.

 

Coachingschulen in Deutschland unterscheiden sich nach ihrer Wirkungserwartung, so genannte Coachingansätze. Dazu zählen Ausprägungen, wie:

 

thematische Grundierung, wie Coachausbildung auf der Basis der Transaktionsanalyse, Coachausbildung auf der Basis des NLP

werteorientiertes Coachverhalten, wie systemisch-konstruktivistisches Coaching,

anlassbezogene Coachingthemen, wie Kopfschmerzcoaching, Mentalcoaching, Bewerbungscoaching, Präsentationscoaching

nach einzelformatbezogenem Coaching, wie z.B. wingave-Coaching, Entspannungscoaching, Sprechcoaching.

 

Zusammenfassend kann gesagt werden: Coachingschulen haben wir in Deutschland — wenn überhaupt — sehr wenige. Wenn wir die Idee der Schule aus anderen Bereichen transferieren, wie „Das Bauhaus”  — eine Richtung des architektonischen Verständnisses und daraus abgeleitete Baumuster. Oder ein musikalisches Klangbild wie das der „Wiener Philharmoniker” oder das der „Berliner Philharmoniker” um daraus musikalische Interpretationsmuster abzuleiten, können in diesem Verständnis nur wenige Einrichtungen als Coachingschulen betrachtet werden.

 

Es sind die Anerkennung und Wiedererkennung des Verständnisses bzw. inhaltlich reproduktionsfähige  Anwendungen, die eine „Schule” zur „Schule” machen. Aber  auch die überprüfbare und legitimierende Grundlage der Wirkungserwartung und dem damit verbundenen Coachingansatz des Coachingverständnisses.

 

Überprüfbare und legitimierende Grundlagen gibt es objektiv nur im Kontext wissenschaftlicher Erkenntnis. Diese Erkenntnisse basieren auf Modellen, Theorien sowie Axiomen und Theoremen.

 

Wer sich umschaut auf den Homepages und Internetdarstellungen von Coachausbildungsanbieter, wird zu seinem Erstaunen feststellen, dass in der Regel Coachausbildungen diesen Anforderungen nicht gerecht werden.

 

Die Frage aller Fragen des Artikels lautet also: „Wer in Deutschland ist überhaupt eine Coachingschule?”

Antwort:

Coachingverständnis nach der Erklärungssystematik der Hamburger Schule. Theorie vom Selbstorganisierten Coaching. Also hier.

 

Grundlagenbuch : CoachAusbildung - ein strategisches Curriculum

Guten Tag liebe Leser,

ich möchte Sie über folgende Neuerscheinung informieren:



Dr. Rolf Meier und Dipl.Päd. Axel Janßen

CoachAusbildung - ein strategisches Curriculum

Gebunden - 612 Seiten - DIN A 4

Verlag Wissenschaft & Praxis, Dr. Brauner GmbH, 75447 Sternenfels

ISBN: 978-3-89673-547-8


Worum geht es?

Coaching unterstützt Menschen darin, ihre Wahrnehmung zu erweitern, entscheidungsfähig zu werden, Verhaltensalternativen zu entwickeln und ihre Erkenntnisse in andere Bereiche zu übertragen. 

Aber in welchem Wertesystem wird Coaching als Unterstützung verstanden und praktiziert? 

Die Autoren begreifen Coaching nur dann als wirksam, wenn Coaching als autonomes selbstorganisiertes Handlungslernen verstanden wird. Dazu zählen fundamental die Werte Freiheit, Freiwilligkeit, Ressourcenverfügung und Selbststeuerung als handlungsleitende Basis für das Verständnis von Coaching . 

Der Coachingprozess als Wirkmethode ist der “Star” und der Coach sein Diener.


Die praktisch-pragmatische Darstellung aller systemisch-konstruktivistischen Elemente einer Coachausbildung, 37 Abstracts coachingrelevanter Wissenschaftsdisziplinen, inhaltliche und strukturelle Beispiele, Rechtsgrundlagen, Vertragsmuster, Leitfaden und vieles mehr, versetzen den Leser in die Lage, eigene CoachAusbildungen zu konstruieren, vorhandene weiter zu entwickeln und das eigene Coachingverständnis zu evaluieren. 

Ein Grundlagenmaßstab für Qualität in der CoachAusbildung, entworfen von lebens- und berufserfahrenen Coachs und Coach-Ausbildern.



Das Inhaltsverzeichnis für Ihre Orientierung:


Vorwort
Die Mitwirkenden und die sehr, sehr herzliche Danksagung

1 Grundlagen
1.1 Strukturmerkmale des Curriculums und ihre Deutung
1.2 Coachingansätze im Vergleich
1.3 Theorie vom „selbstorganisierten Coaching”
1.4 Coachinganlässe

2 Kompetenz in der systemischen Betrachtung
2.1 Kompetenz als Anspruch
2.2 Anspruchsgruppen an Kompetenz
2.3 Potenzialanforderungen an Auszubildende und Ausbilder
2.4 Kompetenz und grundlegende Pflichten des Ausbilders
2.5 Die Multifunktionalität de Ausbilders — Der Mentor
2.6 Die Feedbacksystematik als curriculare Kontrollinstanz

3 Didaktik und praktische Handhabung
3.1 Die Didaktik einer Ausbildung
3.2 Planung einer Ausbildung orientiert am Kompetenzmodell
3.3 Entwicklung von Lehr- und Lernmethoden und Einordnung in die Lern- und Zielorganisation
3.4 Dramaturgie
3.5 Beispiel eines Ausbilderleitfadens

4 Fähigkeiten des Coach
4.1 Einleitung
4.2 Selbsteinschätzung des eigenen Verhaltens
4.3 Fragen
4.4 Bedeutungen und Zusammenhänge klären
4.5 Hypothesenbildung auf Abstraktionsebene
4.6 Prozess führen
4.7 Angebote auf Abstraktionsebene
4.8 Perspektivwechsel auslösen
4.9 Kommunikationskontext vereinbaren
4.10 Branchen-, themenspezifische- oder kulturelle Fähigkeiten

5 Identifikation von pädagogischer und betriebswirtschaftlicher Qualität
5.1 Die Zertifizierung — Überprüfung von Coachkompetenzen
5.2 Kriterienkatalog für die Auswahl von Coachs

6 Rechtliche, normative und betriebswirtschaftliche Bezüge einer Ausbildung
6.1 Recht im Coaching
6.2 PAS 1093 (Deutsches Institut für Normierung e.V., 10. Juli 2009)
6.3 Marketingkonzeption und ihre Merkmale
6.4 Der Businessplan und seine Merkmale

7 Die mentale Vorbereitung und Durchführung eines Coaching
7.1 Das Modell der kritischen Erfolgsfaktoren im Coaching
7.2 Zentrale Werte und Normen des Managementcoaching
7.3 Denken in Kontexten — das MVWK-Modell
7.4 Dokumentation eines Coaching

8 Ausbildungsbezogenes Wörterbuch

9 Coaching relevante Wissensgebiete
9.1 Andragogik
9.2 Axiomatik
9.3 Betriebswirtschaft
9.4 Curriculum
9.5 Entscheidungstheorie — ET
9.6 Führung
9.7 Führungswissen für den Führungsalltag
9.8 Glaube
9.9 Handlungslernen
9.10 Kommunikation
9.11 Konsequenzen aus der psychologischen Lernforschung
9.12 Konstruktivismus / pädagogischer Konstruktivismus
9.13 Kreativität
9.14 Lehren und Lernen
9.15 Lernen
9.16 Linguistik
9.17 Logik
9.18 Marketing und Markenmanagement
9.19 Motivationspsychologie — Motive und Motivation
9.20 Naturheilkunde
9.21 Neuro Linguistisches Programmieren — NLP
9.22 Neurowissenschaftliches Wissen für Veränderungen und Lernen
9.23 Pädagogik
9.24 Philosophie
9.25 Psychologie
9.26 Psychotherapie
9.27 Rechtswissenschaft
9.28 Semantik besser verstehen
9.29 Soziologie
9.30 Strategie — eine Begriffsführung
9.31 Supervision
9.32 Systemtheorie
9.33 Transaktionsanalyse — TA
9.34 Visionen — woher und wofür?
9.35 Werte — Lichtspiele
9.36 Wissenschaftstheorie
9.37 Ziele
9.38 Autorinnen und Autoren der Coaching relevanten Wissensgebiete
9.39 Persönliches Nachwort der Herausgeber

_________________

Nachhaltigkeit - der sinnstiftende Begriff

Johannes Thönneßen vom MWonline hat in seinem Blog das Thema Nachhaltigkeit aufgegriffen. Er beklagt wie manch anderer, daß der Begriff zu einem inhaltsleeren “Plastikwort” zu verkommen droht. Eine Suche nach “Definition Nachhaltigkeit” in Google bringt viele interessante Erklärungen:

Die Hamburger Schule ( www.hamburger-schule.net) verwendet den Begriff “nachhaltig” auch.  Nachhaltige Selbstlernkonzeption meint in der Theorie vom Selbstorganisiertem Coaching, daß der Coachee durch den Coachingprozeß lernt, wie er eigenständig ohne fremde Inhaltshilfe zu seinen Lösungen und Umsetzungsplänen kommt und wie er in vergleichbaren thematischen Kontexten sein Veränderungsthema oder Veränderungswunsch dann selber coachen kann. Nachhaltig meint damit: selber können, selber wollen und sich selbst controllen können. Die nachhaltige Selbstlernkonzeption befähigt zur Handlungskompetenz “Selbstcoaching”.

Endlich ‘mal eine erfreuliche Nachricht

Der Deutsche Coaching Verband (DVC) lehnt ein Fernstudium als Grundlage für eine verbandseigene Zertifizierung ab.Prima kann ich da nur sagen.Dies wäre dann für den Verband ein Anfang, um Coaching zu qualifizieren. Wenn der DVC dann noch definieren würde was ein Coachingprozess ist und sich von Beratung im Coaching distanzieren würde, wäre dies ein bedeutsamer Schritt.Gerne können sie sich die Hamburger Schule als Vorbild nehmen ( www.hamburger-schule.net)

Prozess - wie unterschiedlich sind doch die Verständnisse

 

Im Netz finde ich folgende Erklärungen für Prozess:

 

- Prozess heißt das streitige Verfahren vor einem Gericht, das durch eine Klage (im Falle des Strafprozesses durch eine Anklage) eingeleitet wird und darauf zielt, die Situation durch eine verbindliche Entscheidung (ein Gerichtsurtei oder einen Gerichtsbeschlus) zu klären.

 

- Ein Geschäftsprozess beschreibt eine Folge von Einzeltätigkeiten, die schrittweise ausgeführt werden, um ein geschäftliches oder betriebliches Ziel zu erreichen.

 

- Ein Prozess erläutert den Fluss und die Transformation von Material, Informationen, Operationen und Entscheidungen.[1] Eine Spaltung in Teilprozesse, die sich wiederum in Schritte und Aktivitäten gliedern, ist möglich.

 

- Lange beschäftigte sich die Betriebswirtschaftslehre ausschließlich mit der Gestaltung der Aufbauorganisation. Dies führte zu einer Entfremdung vom Kunden sowie zu mangelnderFlexibilitä und Schlagkraft am Markt und damit verbundenen Wettbewerbsnachteilen. Deshalb kam es zu einer Fokussierung auf die Qualität im Unternehmen, so dass die Prozessorientierung an Bedeutung gewann. Erste Arbeiten zu diesem Thema wurden 1932 von Fritz Nordsieck, 1960 von Erich Kosiol und in den 80ern von Michael Gaitanides und August-Wilhelm Scheer veröffentlicht. Grundlage für die hier entworfenen Modelle hat Adam Smith bereits 1776 mit An Inquiry into the Nature and Causes of the Wealth of Nations gelegt.

 

- Scheer beschreibt einen Prozess als eine Abfolge von Ereignissen und Funktionen. Dabei ist ein Ereignis der Auslöser für eine Funktion oder auch Tätigkeit.

 

- Fritz Nordsieck weist in folgendem Zitat auf die Notwendigkeit einer an Prozessen ausgerichteten Unternehmensgestaltung hin:

Der Betrieb ist in Wirklichkeit ein fortwährender Prozess, eine ununterbrochene Leistungsktte. […] anzustreben ist in jedem Fall eine klare Prozessgliederung.“ (Nordsieck: 1932). Nordsieck begründet damit zwar noch kein prozessorientiertes Konzept, bildet aber immerhin die gedankliche Grundlage, denn er erkennt einen abstrakten Betriebsprozess als Grundlage für die Strukturierung der Aufbauorganisation.

 

- Nach DIN 19226 Teil 1 wird ein Prozess definiert als „Gesamtheit von aufeinander einwirkenden Vorgängen in einem System, durch die Materie, Energie oder auch Information umgeformt, transportiert oder auch gespeichert wird“[1]

 

- Der Technische Prozess wird mithilfe von Einflussgrößen gesteuert und liefert und Ergebnisgrößen. Materie- Energie und Information fließt zu bzw. ab. [2]Folge logisch zusammenhängender Aktivitäten zur Erstellung einer Leistung oder  Veränderung eines Objektes (Transformation) mit definiertem Anfang (Auslöser oder Input) und definiertem Ende (Ergebnis, Wert, Output) mit dem Hauptaugenmerk auf Wertzuwachs bzw. Wertschöpfung.

 

- Ein Prozess ist eine zusammengehörige Abfolge von Tätigkeiten zum Zweck einer Leistungserstellung. Innerhalb eines Prozesses werden Eingaben in Ergebnisse umgewandelt.

 

- Prozess (allg.:) Ablauf, Geschehen

 

- Prozess (Statistik) : Methode in der Statistik

 

- Die Methodologie (griechisch μεθοδολογία, etwa „Lehre über die Vorgehensweise“) ist die Lehre von den wissenschaftlichen Methoden.

 

 

WAS GILT DENN NUN IN UNSEREM  COACHING  - Hamburger Schule -?

 

..wenn dort vom Prozess gesprochen wird?  Unsere Teilnehmer fragen auch immer wieder danach.

 

Wir verstehen  unter Prozess  im Coaching  einen generell strukturierten Ablauf. Und verdichten unsere Sichtweise über den Prozess als eine Methode.

 

Methoden sind “richtige Abläufe” in einem Kontext. Wir ( www.hamburger-schule.net) definieren Methoden als themenspezifische Analyse- und Lösungsmuster, die ein “richtiges” Ablaufverfahren im Kontext definieren.

 

Unser Coachingprozess basiert auf den wissenschaftlich anerkannten Theorien: Selbstgesteuertes Lernen, Rubikonmodell nach Heckhausen. Kepner-Tregoe-Methode , Transfertheorien. Die Handhabung erfolgt auf Bais der Werte Freiheit, Feiwilligkeit, Ressourcenverfügung und Selbststeuerung, die konsequent zu beachten und einzuhalten sind.

 

Wer und was entscheidet die Entscheidung?

In diesen Tagen wird viel über einen Mann berichtet, der sich vor einen Zug geworfen hat und dabei zu Tode kam. Neben der individuellen und kollektiven Trauer, wird in der veröffentlichten Meinung der Eindruck vermittelt, daß die Krankheit des Mannes für den Siuzid verantwortlich ist. Ein Psychotherapeut erwähnt heute in einem Kommentar in DIE WELT, daß die Krankheit des Mannes nicht permanent auftritt. Es wechseln sich Phasen der Krankheit und den damit einhergehenden psychischen und physischen Beeinträchtigungen mit den Phasen der Nichtbeeinträchtigung ab.10 % der von dieser Krankheit Befallenen verüben den Siuzid. “Zwischen den Phasen ist der Patient in der Regel gesund”  schreibt der Psychotherapeut Manfred Lütz. ” Es handel sich übrigens nicht um einen “Freitod”, denn es war die Krankheit, die ihn in den Tod trieb” formuliert er weiter. Ich interpretiere diese veröffentlichte Meinung, daß der Mann “folgerichtig” seinen Suizid begang und er keinen freien Willen hatte, sich dagegen zu entscheiden.Der Mensch als was?Als Coach, der durch Coaching Entscheidungsfähigkeit durch den Coachee  auslösen will, komme ich nun in Bedrängnis. Hat der Mensch nun einen freien Willen zur Entscheidung oder nicht? Ist die enttäuschte großartige und einmalige Liebe, die sehnlichst nicht eingetretene Beförderung usw. verantwortlich für Siuzide?Motive und Selbstwirksamkeitserwartungen verbunden mit wertegeleiteten Kontexten veranlassen mich zum Verhalten, dem immer eine Entscheidung vorausgeht. Die absolute rationale - also entemotionalisierte - Entscheidung gibt es nicht. Bedeuten emotionale Einflüsse auf unsere Entscheidungen - welche Stärke auch immer -, daß wir keine freien Wahl der Entscheidung haben? Also dafür oder dagegen bzw. sowohl als auch?