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16.10.2011 von Dr. Meier.
Natürlich ist die Formulierung “das fachliche Schuldbewußtsein” provokativ und vielleicht auch anmaßend. Aber es ist so gewollt.
Martin Luther soll am Ende seiner Rede auf dem Reichstag 1521 in Worms gesagt haben: “Hier stehe ich, ich kann nicht anders.” Ein wenig fühle ich mich mich auch so, denke ich an Coaching und erfahre ich Coaching in Diskussionen, das Verständnis von Coaching, wie darüber in der Öffentlichkeit gedacht, legitimiert, publiziert, behandelt und gehandelt wird.
Ganz offentsichlich haben wir uns mit der Beschäftigung des Themas “Coaching” zu einem geschlossenen System (Autopoiesis) entwickelt, dass nur noch selbstrefrenziell über das Thema denken und schreiben kann. Jeder schreibt von Jedem ab, keiner “hinterfragt”, ob die traditionellen Auguren des Themas, wie Wissenschaft, Coachingverbände, bekannte Internetforen aber auch bekannte Einzelpersonen sowie die Fachpublikationen und sonstige Meinungsmacher ihr Tun fachlich begründen können. Ich gewinne den Eindruck , es geht nur noch um die Aufrechterhaltung einer “political correctness”. Aber wessen “political correctness” ist es eigentlich?
In Abwandlung eines bekannten Zitat, kann Coaching zu recht die Aussage machen: Erkenntnis vergib ihnen, denn sie wissen nicht, dass es dich gibt. Modern formuliert: Der Beobachter sieht nicht, dass er nicht sieht, was er nicht sieht.
Wer hinterfragt?
Wer stellt “in-Frage”?
Wer denkt Neues?
Wer legitimiert sich noch aus Primärlitertur im Sinne von Faktenwissen und nicht im Sinne von motivgesteuertem Deuten? Von der Verwendung der Sekundär- und Terziärliteratur ‘mal ganz abgesehen.
Was sind die Grundfragen, die gestellt werden müssen? Ich meine folgende:
1. Was bedeutet der Konstruktivismus im Coaching?
2. Ist es legitim aus Systemtheorien - der Schwerpunkt liegt auf T h o r i e n - das Verständnis und Handeln von und für Coaching (logisch und/oder konstruktivistisch) abzuleiten?
3. Was ist der Unterschied zwischen systemischen und systemtheoretischen Denken und Handeln im Coaching
4. Hat der Beobachter erster Ordnung und der Beobachter 2. Ordnung eine Bedeutung im Coaching. Wenn ja -welche?
5. Was bedeutet konkret Prozessberater und Beratung auf Prozessebene im Coaching?
6. Was sind die erklärbaren Unterschiede zwischen den Disziplinen Coaching, Beratung, Training. Supervision, Führung, Mediation und Mentoring?
7. Gibt es eine eigenständige Theorie für Coaching?
8. Welche Funktion haben die Pädagogik und die Neurobiologie im Coaching?
9. Wie muss ein unabhängig von Partikularinteressen freies Gremium personell und organisatorisch konstruiert sein, das Kontinuität und Innovation von Denken und Handeln zu Coaching gewährleistet, ohne ein selbstrefrenzielles System zu werden?
10. Wann gibt es ein “Grundgesetz Coaching” und das “Verfassungsgericht Coaching”?
Bei diesen Fragen will ich es heut belassen - die Antworten folgen in loser Reihenfolge.
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