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Das Ende der Qualität im Coaching, Teil 7 – die Ausbildungsinstitute

Dieser Eintrag stammt von Axel Janßen Am 7.3.2011 @ 14:59 In Allgemein | 1 Kommentar

Die Ausbildungsinstitute
Hier muss zunächst die Frage gestellt werden „Was ist eine Ausbildung?“ Ausgebildet ist der Coach dann, wenn er keine weitere Ausbildung, Weiterbildung oder weitere Seminare benötigt: Er also nach der Ausbildung coachen kann.
Das heißt nicht, dass ein ausgebildeter Coach auf Weiterbildung verzichtet. Auch er sollte aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse, die seine Ausbildung noch nicht berücksichtigen konnte,  aufnehmen, prüfen und ggf. in seinen Coachingansatz integrieren. Ist nach der „Coach-Ausbildung“ noch eine „Master-Coach-Ausbildung“ im Angebot, so liegt die Vermutung nahe, dass der Coach wohl doch noch nicht coachen kann.
Ein Institut wird nur das ausbilden, was es selbst unter Coaching versteht. Was dann ausgebildet wurde kann in der Qualität nur vom Ausbildungsinstitut selbst bewertet werden. Ein Teilnehmer hat in der Regel weder eine Messlatte für curriculare Qualität, noch kann er bewerten, ob das, was er lernt richtig im Sinne von Coaching ist. Er glaubt zunächst einmal seinen Ausbildern. Und wenn die sagen „win-win ist wichtig im Coaching“, dann haben sie wohl recht. Wenn ein  Teilnehmer zwei verschiedene Ausbildungen bei unterschiedlichen Anbietern gemacht hätte, könnte er durch Wahrnehmung des Unterschieds immerhin zu einer Meinung gelangen. Ansonsten übernimmt er das Qualitätsverständnis seiner Ausbilder, die er ausgesucht hat in dem guten Glauben, dass das schon paßt.

Die Hoffnung, dass es den Verbänden gelingt, Qualität zu definieren und so auch die Qualität der Ausbildung zu kontrollieren, vielleicht sogar zu garantieren, ist verflogen. Wenn in ein und demselben Verband NLPler, Transaktionsanalytiker, Supervisoren, usw. als Ausbildungsinstitut Mitglied sind, wird die Ausprägung von Qualität immer nur auf einer sehr abstrakten Ebene erfolgen - einer Ebene auf der sich alle einig sind. Beispiel „Coaching ist keine Therapie“ „Coaching ist Hilfe zur Selbsthilfe“ , „Coaching ist Beratung auf Prozessebene“.
Mitgliedsinstituten wird meistens lediglich abverlangt, dass die Betreiber bestimmte Häkchen-Merkmale wie Alter, Studium, Dauer der Coachausbildung, Bekenntnis zur Ethik usw. erfüllen.
Ein Haken hinter einem Merkmal ist keine Qualitätsaussage, sondern nur ein formales Kriterium, das eigentlich keinen Beitrag zu Qualität leisten kann. Formale Merkmale beruhen auf der Annahme, dass damit bestimmte intellektuelle und kulturelle Voraussetzungen einhergehen. Es muss aber nicht so sein.
Eine solche Abgrenzung ist identitätsstiftend und für ein Institut aus diesem Grunde notwendig. Auch ein Verband hat in der Regel diese Einsicht. Die Mitgliedschaft eines Ausbildungsinstitutes in einem Verband sagt also lediglich, dass bestimmte Formalien erfüllt wurden.
Wodurch sich die Formalien legitimieren bleibt oft ein Rätsel.


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