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30.8.2010 von Axel Janßen.
Soeben erreichte mich per mail eine Pressemitteilung der Zeitschrift managerSeminare mit dem Titel
“managerSeminare-Umfrage Trainingsmethoden 2010:
Coaching ist Deutschlands beliebtestes Beratungs- und Trainingsformat”
(Was konkret ist in diesem Zusammenhang ein Format?)
Nach eigenen Angaben hat managerSeminare “einen Blick in den Methodenkoffer von Deutschlands Trainern geworfen und aus den Antworten ein Methoden-Ranking errechnet. (Wie hängt denn nun Methode mit Format zusammen?)
Von mangerSeminare wurde gefragt “Wie oft nutzen Sie diese Trainingsmethode?” daraus ergab sich laut der Pressemitteilung folgende Reihenfolge:
”
1. Coaching
2. Simulationen
3. Action Learning
4. Problembasiertes Lernen
5. Gewaltfreie Kommunikation
6. Storytelling
7. Supervision
8. Collaborative Learning
9. Großgruppenübungen
10. NLP-Methoden
”
Nun ist Coaching also eine Trainingsmethode (Gut, dass ich als einer der Gründer des dvct e.V. den Verband damals als Verband für Coaching UND Training angelegt habe. Nur wollte ich nie, dass alles in einen Topf geworfen wird.)
Ganz unabhängig von meiner Meinung zum Thema Coaching ist es interessant, dass Coachs am Markt mit Ausnahme des so bezeichneten “Problembasierten Lernens” alle der oben genannten “Methoden” im Einzel/Team/Gruppen-Coaching nutzen.
Schlichtweg bedauerlich ist es hier vielleicht für Coachs, die NLP-Methoden nutzen, dass Coaching die beliebteste Methode ist, NLP aber nur auf Platz 10 rangiert. Doch Coaching ist ja nach Meinung der Verfasser der Pressemitteilung eine Trainingsmethode.
Was ist denn nun der Coach? ein Trainer? ein Berater? Warum nennt er sich dann Coach?
Das Wort Trainer gab es vor einigen Jahren noch nicht. Damals hieß es Übungsleiter. Ein Verantwortlicher für den korrekten Ablauf einer Übung, die ein bestimmtes Ziel verfolgt. Heute heißt umgangssprachlich Übung Methode und der Übungsleiter ist ein Trainer. Was bleibt ist, dass ein Trainer ganz konkret ein Ziel verfolgt. Methoden sind reproduzierbare Abläufe, um eben ein konkretes Ziel zu erreichen. Doch welches Ziel verfolgt ein Trainer, wenn er eine der o.a. “Methoden” anwendet?
Jede dieser Strichaufzählungen hat ein konkretes Ziel. Wäre in der Umfrage ein Trainings (Lern-)Ziel definiert worden, so könnte die Reihenfolge legitimiert werden. Ohne dieses formulierte Ziel werden Äpfel mit Birnen verglichen. Bedauerlich für all die, die diese “Methoden” zur Erreichung eines konkreten Ziels nutzen und sich so vielleicht abgewertet fühlen.
Versöhnlich stimmte mich dann doch eine Aussage von Frau Bußmann: “Als ein sehr selbstgesteuertes Format gilt das Problembasierte Lernen als eine der Lernformen, die in einer angestrebten Kultur des lebenslangen Lernens noch wichtiger werden könnte.” (”Ausgehend von einer konkreten Problemstellung erarbeitet der Lerner weitgehend eigenständig Lernziele und entsprechende Lernwege.”) Ist das “Hilfe zur Selbsthilfe, wenn ein Mensch so etwas dann eigenständig kann?
Diese Aussage kommt der Theorie vom Selbstorganisierten Coaching der Hamburger Schule schon recht nahe. Möglicherweise mag ein Magazin darunter nicht Coaching verstehen, da der Begriff “Lernen” enthalten ist.
Ich verstehe auch, dass managerSeminare zum Thema Coaching keine eigene Meinung entwickeln mag, da der Markt des Magazins o.a. Verständnis hat und eine differenziertere Meinung unweigerlich zum Verlust von Lesern führen könnte. So werden dann wohl weiterhin Äpfel mit Birnen verglichen. Ganz ähnlich der Marburger Studie zum Thema Coaching.
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