Archive für 16.11.2009

Wer und was entscheidet die Entscheidung?

In diesen Tagen wird viel über einen Mann berichtet, der sich vor einen Zug geworfen hat und dabei zu Tode kam. Neben der individuellen und kollektiven Trauer, wird in der veröffentlichten Meinung der Eindruck vermittelt, daß die Krankheit des Mannes für den Siuzid verantwortlich ist. Ein Psychotherapeut erwähnt heute in einem Kommentar in DIE WELT, daß die Krankheit des Mannes nicht permanent auftritt. Es wechseln sich Phasen der Krankheit und den damit einhergehenden psychischen und physischen Beeinträchtigungen mit den Phasen der Nichtbeeinträchtigung ab.10 % der von dieser Krankheit Befallenen verüben den Siuzid. “Zwischen den Phasen ist der Patient in der Regel gesund”  schreibt der Psychotherapeut Manfred Lütz. ” Es handel sich übrigens nicht um einen “Freitod”, denn es war die Krankheit, die ihn in den Tod trieb” formuliert er weiter. Ich interpretiere diese veröffentlichte Meinung, daß der Mann “folgerichtig” seinen Suizid begang und er keinen freien Willen hatte, sich dagegen zu entscheiden.Der Mensch als was?Als Coach, der durch Coaching Entscheidungsfähigkeit durch den Coachee  auslösen will, komme ich nun in Bedrängnis. Hat der Mensch nun einen freien Willen zur Entscheidung oder nicht? Ist die enttäuschte großartige und einmalige Liebe, die sehnlichst nicht eingetretene Beförderung usw. verantwortlich für Siuzide?Motive und Selbstwirksamkeitserwartungen verbunden mit wertegeleiteten Kontexten veranlassen mich zum Verhalten, dem immer eine Entscheidung vorausgeht. Die absolute rationale - also entemotionalisierte - Entscheidung gibt es nicht. Bedeuten emotionale Einflüsse auf unsere Entscheidungen - welche Stärke auch immer -, daß wir keine freien Wahl der Entscheidung haben? Also dafür oder dagegen bzw. sowohl als auch?

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