Es gibt wirklich gut Einrichtungen - so z.B. das Internetnetzwerk “Xing”. Da gibt es viele Foren in dem “man” sich mit Gleichgesinnten treffen kann. Rumalbern, Frust abladen, Gedankenaustausch und ernsthaft diskutieren kann man und Vieles mehr - alles ist oder scheint möglich. Aber ich glaube gegen Dummheit, Arroganz und assoziale Werte und Verhaltensweisen kann wenig getan werden. In Xing gibt es ein Forum “Coaching”. Mittlerweile sind dort über 3.700 Mitglieder eingetragen, von der weit überwiegenden Zahl merkt man nichts, weil sie sich nicht durch Beiträge zu erkennen geben.Eine ernsthafte, differenzierte und am Thema Coaching orientierte Diskussion kann ich dort nicht führen. Selbstdarsteller, Besserwisser und schlicht dumme Menschen, die sich da zum Teil tummeln. Schade, daß sich so was Coach nennen darf.Ich könnte ja die Lust verlieren - tue ich nicht, dann bliebe mir nur Frust. Schöner ist es doch, wenn die Anderen Frust haben und ich Lust auf meine Missionarstätigkeit in Sachen Coaching nach den Erkenntnissen der Hamburger Schule fröne.
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16.11.2009 bei 23:36
Hallo Herr Dr. Meier,
über Ihren Satz “Schöner ist es doch, wenn die Anderen Frust haben und ich Lust auf meine Missionarstätigkeit in Sachen Coaching nach den Erkenntnissen der Hamburger Schule fröne” habe ich ein wenig geschmunzelt.
wie passt eine Missionarstätigkeit zu der Ethik der Hamburger Schule? So wie ich das verstanden habe, basiert sie darauf, dass eine Coachingbeziehung von Toleranz lebt und der Coach den Coachee dabei begleitet, entscheidungsfähig zu werden (ohne Tipps zu geben und dergleichen). Das setzt ja die Grundannahme voraus, dass Menschen über Ressourcen verfügen und sie selbst darüber Bescheid wissen, was für sie “gut” ist - nach ihrem Bezugsrahmen.
Nun gibt es auf dem Markt Menschen, die sich “Coach” nennen und ganz anders arbeiten als es die Hamburger Schule lehrt. Ihr Statement dazu ist “Selbstdarsteller, Besserwisser und schlicht dumme Menschen, die sich da zum Teil tummeln. Schade, daß sich so was Coach nennen darf.”
Auf der anderen Seite stehen Klienten. Einige fragen die Dienstleistungen dieser “Selbstdarsteller, Besserwisser und schlicht dummen Menschen” nach und sind vielleicht zufrieden, andere sind von deren Dienstleistungen vielleicht enttäuscht.
Als Beraterin erfahre ich manchmal auch von meinen Kunden, dass sie vorher bei einem Coach waren und sie es teilweise ziemlich daneben fanden, was er mit ihnen veranstaltete. Dann verspüre ich auch schon den Impuls, sauer auf diesen “Coach” zu sein, der meinen Kunden so “Sch… behandelt” habe. Allerdings rufe ich mich auch selbst zur Ordnung - der Klient hat ja von alleine erkannt, dass das Coaching ihm nichts bringt und er brach es ab. Seine Ressourcenverfügbarkeit war also vorhanden. Darüber hinaus haben Klienten ja auch noch ein soziales Umfeld (Familie, Freunde), das nach seiner Einschätzung fragen können.
Intelligente Menschen (das sind Coachees in der Regel, anderenfalls wären sie nicht coachingfähig) merken sich die Verhaltensmuster der “Coachs”, mit denen sie nicht zufrieden waren und entwickeln auf dieser Basis eine Art Frühwarnsystem, damit sie nicht auf den gleichen Typ “Coach” wieder hereinfallen.
Vielleicht ist es ziemlich ketzerisch, was ich jetzt schreibe - ich denke, dass Klienten recht gut selbst beurteilen können, was für sie subjektiv ein “guter Coach” ist. Auch und gerade nach einer negativen Erfahrung, da sie dann besonders achtsam mit dem Thema Coaching umgehen.
Das ist mir zu Ihrem Beitrag eingefallen :-).
Herzliche Grüße,
Ute Albrecht